Wie du deinem inneren Kind die Ritterrüstung ausziehst

06/07/2020Melanie0
Ritterrüstung
Hallo ihr Lieben,

als ich vor einigen Jahren in die Welt der Achtsamkeit eingetaucht bin, hatte ich das Gefühl, der Standardsatz der „Achtsamkeit-Community“ lautet: Du musst erst dein inneres Kind heilen. Leider konnte ich mit dem Begriff so gar nichts anfangen. Ich hatte schon viel vom inneren Kritiker gehört, jetzt noch ein inneres Kind? Bis ich irgendwann ein kleines bockiges Mädchen in mir spürte…

Das innere Kind symbolisiert die in unserem Unterbewusstsein gespeicherten Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der eigenen Kindheit. Diese können wie alles im Leben positiver und negativer Natur sein. Da uns positive Verhaltensmuster nicht so direkt ins Auge fallen, können negative Reaktionen auf Personen oder Situationen uns manchmal heftig aus der Bahn werfen. Wir tun sehenden Auges Dinge, für die wir uns oft schon Sekunden später schämen. Wir denken dann zwar, die Person oder Situation ist Ursache des Problems. Doch die Ursachen liegen in uns und nur wir selbst können sie sehen und heilen.

Verletzungen in unserer Kindheit sind nach dem therapeutischen Konzept des inneren Kindes die Ursache von unseren Problemen als Erwachsener. Als Kind verdrängen wir diese Verletzungen gern und malen uns in Gedanken eine Geschichte über uns, an die wir selber glauben wollen. Wir ziehen uns eine dicke Rüstung an, die wir sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung nutzen. Diese Ritterrüstung soll verhindern, dass jemand unsere Narben sehen kann. Wenn es jemand versucht, greift unser inneres Kind entweder an oder zieht sich zurück. Doch so eine Rüstung lastet schwer auf uns. Wenn wir uns auf die Suche nach unserem inneren Kind begeben, können wir uns selbst von dieser Last zu befreien. Wir lernen, warum bestimmte Probleme immer und immer wieder auftauchen und warum wir darauf mit einem Verhalten reagieren, dass wir uns bewusst nicht erklären können. 

Achtsamkeit ist wie ein Fenster, das dir den Blick in deine Seele und die Verletzungen deines inneren Kindes eröffnet. Eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis erweckt den inneren Beobachter in dir, der dir hilft, die Sorgen und Ängste des inneren Kindes zu erkennen, wahrzunehmen und dabei die achtsame Führung zu behalten. Meditation kann dir helfen, Kontakt zu deinem inneren Kind aufzunehmen. Wenn es genügend Vertrauen aufgebaut hat und weiß, dass du es künftig beschützt, wird es seine Rüstung auszuziehen und zukünftig Probleme umarmen, anstatt sie ständig zu bekämpfen.

Namaste 🙏 

Melanie

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