Warum unser Gehirn dem heutigen Arbeitsalltag nicht mehr gewachsen ist

07/11/2021by Melanie0
Achtsamkeit Blog Warum Gehirn dem heutigen Arbeitsalltag nicht mehr gewachsen ist
Hallo ihr Lieben,

für die meisten von uns ist es mittlerweile schon fast normal, völlig erschöpft von der Arbeit nach Hause zu kommen. Für diejenigen, die im Homeoffice arbeiten, ist gefühlt oftmals der ganze Tag durch einen konstant hohen Stresspegel gekennzeichnet. Die meisten halten sich für schwach und sehen die Ursache für all das bei sich selbst. Was viele jedoch nicht wissen, liegt der Auslöser in der digitalen Welt und unserem Gehirn, was für die Zeit in der wir leben, einfach (noch) nicht geschaffen ist.

Veränderungen in  der digitalen Arbeitswelt

Unser Arbeitsleben hat sich allein in den letzten 20 Jahren drastisch verändert. Ständige Erreichbarkeit ist mittlerweile ein Grundgesetz und so prallen Anrufe, E-Mails, WhatsApp- oder LinkedIn-Nachrichten in einer Häufigkeit auf uns ein, dass es kaum noch möglich ist, sich für ein paar Minuten auf eine Aufgabe zu konzentrieren. 

Das permanente Hintergrundrauschen überflutet unser Gehirn ohne Unterbrechungen mit Informationen und Reizen, sodass es immer schwieriger wird, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und dies beeinträchtigt uns auf allen Ebenen unseres Denkens – unserer Wahrnehmung, Entscheidungen oder Emotionen und führt letztendlich dazu, dass wir immer mehr unsere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit verlieren. 

In der digitalen Entwicklung steckt sicherlich etwas Positives, keine Frage. Nur leider haben wir unterschätzt, dass sich auch unser Steinzeit-Gehirn an diese geänderten (Arbeits-)Bedingungen anpassen muss. Während sich unsere Welt immer mehr vernetzt, ist unser Steinzeit-Gehirn für eine derartig vernetzte Welt (noch) nicht ausreichend programmiert. Und so ist unsere moderne digitale Welt der Auslöser dafür, dass unser Gehirn und damit auch wir an unsere Grenzen geraten und wir zunehmend Schwierigkeiten haben, in dieser hektischen Welt zu bestehen. 

Der Autopilotmodus als Überlebensstrategie

Wenn sich unser Gehirn von den ständigen Ablenkungen und Unterbrechungen, von der schier unzähligen Informationsmenge, die es verarbeiten soll, überfordert fühlt, dann schaltet es in den sog. Autopilot-Modus. In diesem Modus wehrt es neue Information eher ab. Es bedient sich einfach seiner vorgefertigten Standardschubladen, die mit Erfahrungen aus der Vergangenheit vollgestopft sind. Diese Strategie hat nur leider einen gravierenden Nachteil: Sie führt dazu, dass wir nur noch in der Vergangenheit, in Daumenregeln, Mustern und Gewohnheiten denken. Wir verlieren den Zugang zu uns selbst, unseren Sinnen und unserer Intuition. Wir leben in einem Zustand, wo wir auf innere und äußere Reize wie fremdgesteuert reagieren, wo Entscheidungen und Handlungen unbewusst und überwiegend automatisch geschehen. 

Die pausenlose Aufnahme von Informationen hat weiterhin die Konsequenz, dass unsere Schaltzentrale nicht mehr zur Ruhe kommt. Diese Ruhephasen sind allerdings elementar, um unserem Gehirn die Gelegenheit zu geben, Aufgenommenes zu verarbeiten, abzuspeichern und wieder einen Zustand zu erreichen, in dem es neue Informationen aufnehmen kann. Als Konsequenz schaffen es viele Informationen gar nicht ins Langzeitgedächtnis. Uns überfordern Aufgaben, die wir einen Tag später im Schlaf erledigen würden. Hinzu kommen regelmäßiger Schlafmangel, kaum frische Luft, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung, sodass unsere Schaltzentrale immer weniger Möglichkeiten hat, unseren Akku wieder vollständig aufzuladen. Die Folge sind Stress, Krankheit, Übergewicht, Unzufriedenheit, mangelnde Arbeitsergebnisse und der Verlust von Spaß, Sinnhaftigkeit und vor allem Lebensfreude. 

Kaffe, Drogen oder einfach Achtsamkeit?

Wir leben also mit einem überforderten Steinzeit-Gehirn in einer hektischen, lauten und komplexen (Arbeits-)Welt. Auf die Evolution können wir nicht warten. Wir müssen selbst etwas tun, wenn wir uns fest verankert durch diesen digitalen Dschungel steuern und dabei unser volles Potenzial entfalten wollen. 

Als Lösung versucht der Großteil der Bevölkerung, morgens vor der Arbeit sein müdes Gehirn mit Kaffee zu puschen. Tagsüber halten zu viel Zucker, Fastfood und wieder Kaffee unser Gehirn bei Laune. Wenn viele dann abends von der Arbeit nach Hause kommen, gibt es Couch, TV, Wein, Bier oder einen Joint zum Runterkommen. Wer unter Schlafstörungen oder Schmerzen leidet, mixt den Cocktail zusätzlich noch mit etwas Medizin. 

Das diese Methoden auf Dauer nicht funktionieren können, können wir an der steigenden Anzahl an Depressionen, Burnout und dem rapiden Anstieg sog. Lifestyle-Krankheiten messen. Es ist ein Weg, der die Situation auf Dauer nur verschlimmert und unser Gehirn immer mehr ins Schleudern bringt. Wir brauchen eine Lösung, die uns dabei hilft, mit den gestiegenen Anforderungen unserer heutigen Zeit bestmöglich zurechtzukommen. Und hier kommt Achtsamkeit ins Spiel. Wissenschaft und Forschung konnten belegen, dass Achtsamkeit genau die Fertigkeiten fördert, die es unserem Gehirn ermöglichen, sich zu verändern. Sie stärkt gleichzeitig die Areale im Gehirn, die es im digitalen Zeitalter benötigt, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. 

Voraussetzung ist ein regelmäßiges Achtsamkeitstraining. Es reichen aber bereits 2min am Tag, um dein Gehirn nachhaltig an die gestiegenen Anforderungen anzupassen. Mehr zu diesem Thema und zu speziellen Übungen für mehr Achtsamkeit am Arbeitsplatz erfährst du in meinem Buch „Achtsamkeit für Mitarbeiter und Führungskräfte“.

Namaste 🙏

Melanie 

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