Wohnst du noch in einer Schublade oder lebst du schon?

27/04/2020Melanie0
Blog Schublade

Hallo ihr Lieben,

das digitale Zeitalter hat uns viele Möglichkeiten eröffnet. Gerade jetzt in Zeiten von Corona erlaubt uns der digitale Fortschritt miteinander zu kommunizieren, regelmäßig die neusten Informationen zu erhalten, zu arbeiten oder zu lernen. Doch es gibt immer zwei Seiten einer Medaille und alles hat auch seine Schattenseiten. Dazu zählt vor allem die permanente Reizüberflutung, der wir tagtäglich ausgesetzt sind. Während es uns selbst oft gar nicht bewusst ist, leidet vor allem unser Gehirn unter der ständigen Reizüberflutung, die in der digitalen Welt auf uns einprallt. Man könnte sagen, unser Gehirn ist schlichtweg überfordert.  

Körper und Gehirn produzieren 24*7 an 365 Tagen im Jahr ununterbrochen Emotionen, Gefühle und Gedanken. Neben unserer Innenwelt prallt zusätzlich unsere laute Außenwelt auf uns ein. Und all das gilt es aufzunehmen und zu verarbeiten. Da unser Gehirn nicht multitaskingfähig ist, springt es jedoch von Reiz zu Reiz hin und her, immer und immer wieder. Selbst als ausgewiesener Leistungssportler gerät unser Gehirn hier an seine Grenzen. Also geht es verständlicher Weise den einfachsten Weg. Es schaltet in den Autopilotmodus, um den Anforderungen und Einflüssen des Alltags irgendwie gerecht zu werden.

Im Autopilotmodus bedient sich unser Gehirn je nach Situation einfach unterschiedlicher Schubladen, auf die es schnell zugreifen kann. In jeder Schublade bewahrt unser Gehirn eine Erinnerung aus der Vergangenheit auf. Im Autopilotmodus öffnet unser Gehirn im gegenwärtigen Moment einfach eine Schublade aus der Vergangenheit und trifft auf Basis dieser Erinnerung eine Entscheidung für die Zukunft. So wird unsere Vergangenheit zu unserer Zukunft. Die alte wird zur neuen Schublade. Gleiche Farbe, gleicher Inhalt. Was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, ist nur unsere Schublade von der Wirklichkeit. Sehen, riechen, hören, schmecken, alles findet oft nur in der Erinnerung statt. 

Achtsamkeit hilft aus diesem Schubladen-Dasein herauszukommen, indem es den Fokus auf das legt, was genau in diesen Moment passiert. Im Grunde lässt Achtsamkeit in unserem Gehirn einen Muskel wachsen, der Herr dieser Reizüberflutung wird. Ein ganzes Geflecht an neuen Nervenzellen entsteht, dass uns widerstandsfähiger und fokussierter macht.

Achtsamkeit bedeutet das Annehmen des Momentes so wie er ist. In dem man eine Situation, ein Gefühl oder eine Emotion einfach annimmt, lassen die Gedanken oft von ganz allein nach. Es entsteht kein Drama im Kopf. Die aufsteigenden Gedanken werden einfach nur beobachtet und dann lässt man sie quasi wie Wolken am Himmel weiterziehen. Diese Wolken teilt man in der Achtsamkeit auch nicht in große, kleine, gute, schlechte, dicke oder dünne Wolken ein. Man versucht die Gedanken oder Geschehnisse nicht zu bewerten. Es ist wie es ist. Keine Bewertung, keine Gedanken. 

Keine Geschichten, die man im Kopf entstehen lässt. Keiner Schublade, der man sich bedient. In dieser damit einhergehenden Stille und dem dicken Muskelgeflecht, was alles unwichtige wie ein Schutzschild abschirmt, fühlt sich unser Gehirn wohl. Die Überforderung nimmt ab. Das Gehirn jongliert nicht mehr zwischen tausend Reizen hin und her. Das Gedankenrad wird langsamer. Das Drama, das wir oft selbst im Kopf erzeugen wird weniger. Das Gehirn hat wieder genug Kapazität sich auf Entdeckungsreise zu begeben. In der Achtsamkeit nennt man das den Anfängergeist. Man nimmt das Leben wieder wirklich wahr, anstatt sich ständig seiner alten Schubladen zu bedienen. 

Namaste 🙏 

Melanie 

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