Wie du dein süchtiges Gehirn nüchtern bekommst

29/06/2020Melanie0
Sucht
Hallo ihr Lieben,

auch wenn es niemand von uns gern zugeben mag, aber kleine und große Süchte begleiten unser aller Leben. Ob Alkohol, Rauchen, Essen, Sport, Drogen, TV, Internet, Einkaufen, Sex, soziale Medien, Gefahr, Liebe, Anerkennung, Erfolg oder schlicht die Sucht ständig zu denken. Jeder von uns hat das ein oder andere Laster, mit dem wir versuchen, ein Gleichgewicht herzustellen oder unsere innere Leere zu füllen. Wenn dir dein Verhalten bewusst ist und du doch zum Sklaven deines Verlangens geworden bist, dann spricht man generell von Sucht. Es kennzeichnet ein regelmäßiges Verhalten, das man nicht ohne Widerstand einstellen kann und das obwohl es oft negative Wirkungen auf uns selbst hat. Aber wie entstehen diese Süchte und wie können wir diesen Mechanismus durchbrechen?

Stell dir vor, du hattest einen stressigen Tag, du kommst nach Hause und fühlst dich leer und ausgebrannt. Du kochst dir etwas Leckeres zu Essen und nach dem Essen fühlst du dich einfach gut, du hast ein Lächeln auf den Lippen, dir wird warm ums Herz und für einen kurzen Moment vergisst du den ganzen Stress des Tages und was du sonst noch alles tun musst. Am nächsten Tag geht es dir ähnlich und weil es am Vortag einfach toll war, kann es jetzt sicherlich auch helfen. Irgendwann isst man dann immer in Situationen, wo man sich so leer und ausgebrannt fühlt. Und wenn das Leben voll mit Stress ist, dann isst man halt jeden Tag mehr als man eigentlich essen müsste, weil es den ganzen Stress irgendwie hilft, für einen oft nur kurzen Moment zu vergessen. Die Folge, man wird dick, fühlt sich nicht wohl in seiner Haut und kann doch oft nichts dagegen tun.

Was passiert da mit uns? Zunächst läuft das alles in unserem Gehirn ab, das durch unsere Evolution so ausgelegt ist, stetig zu lernen. Nur so können wir in einer Welt, die sich ständig ändert und voller Gefahren ist, überleben. Wenn wir lernen, dann folgt unser Gehirn dem Prinzip Lernen durch Belohnung oder wissenschaftlich operante Konditionierung genannt. Wir bevorzugen etwas, das wir mit etwas Angenehmen verknüpfen (Belohnung) und meiden Reize, die wir mit etwas Unangenehmen verknüpfen (Strafe). Dabei folgt unser Gehirn einer sehr einfachen Reaktionskette – Stressiger Tag (Auslösereiz), Essen (Verhalten), Gefühl der Entspannung (Belohnung).

Und jedes Mal, wenn wir das entsprechende Verhalten wiederholen, verstärken wir den neuronalen Trampelpfad im Gehirn, der uns sagt, super mach es doch glatt nochmal. Denn nach genau dieser Belohnung strebt unser Gehirn, immer und immer wieder. Es ist gierig nach Belohnung. Nur irgendwann brauchen wir immer mehr, um eine Befriedigung zu erreichen und letztendlich unterwirft sich unser Wille unserem Verlangen, wir werden zu Spielfiguren und sind süchtig. Der Lernmechanismus, der uns das Überleben sichert, kann uns also auf der anderen Seite auch das Leben zur Hölle machen.

Die Wissenschaft ermöglicht uns, die Prozesse zu verstehen, die zu Sucht führen. Achtsamkeit hilft uns, uns von unseren Begierden zu befreien und diesen Mechanismus zu durchbrechen. Achtsamkeit verbessert die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und hilft die negative Gefühlsqualität hinter der Sucht aufzulösen. Der innere Beobachter, den die Achtsamkeit fördert, führ zu einem besseren Verständnis unseres Selbst. Wir begreifen Illusionen, erkennen Muster und können diese so um so leichter durchbrechen. Wir werden resistenter gegen Stress, der oft Auslöser von unterschiedlichsten Süchten ist. Gleichzeitig füllt die Selbstliebe, die in der Achtsamkeit entsteht, die Leere auf, die uns das Gefühl gibt, ein Gleichgewicht herzustellen zu müssen. 

Namaste 🙏 

Melanie

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