Warum wir wütend werden und wie wir den Hulk-Modus in uns deaktivieren

31/08/2020Melanie0
Wut
Hallo ihr Lieben,

vergangene Woche hat mich die Reaktion einer anderen Person von 0 auf 180 gebracht. Ich war richtig geschockt, wie mir gleich das Blut in den Kopf geschossen ist und ich voller Adrenalin war. Da das Verhalten der anderen Person diese Reaktion nicht mal annähernd gerechtfertigt hätte, habe ich mich gefragt, was in der menschlichen Evolution dazu geführt, dass wir gefühlt zum Hulk werden und wie wir uns gegen diese aufsteigenden Gewitterwolken zur Wehr setzen können.

Warum wir wütend werden

Stellen wir uns zunächst einen Ur-Menschen vor. Aus einem herabgefallenen Ast und einen Stein stellt er sich mühsam eine Axt her. Kaum ist er fertig, kommt ein anderer Steinzeitmensch und klaut sich die Axt. Sicherlich kann man nun einfach sitzen bleiben und sich sagen, ich bin achtsam, ist mir doch egal. Doch zu Zeiten der Ur-Menschen bedeutete dies, dass man erstens weniger zu essen hatte und zweitens man in der Horde mit weniger Respekt behandelt wurde und so seinen Status gefährdet hat. Also wurde Wut aufgebaut und wild um die Axt gekämpft.

Aus neurologischer Sicht ist Wut die Reaktion auf eine Bedrohung und gehört neben Angst, Ekel, Scham und Traurigkeit zu den sog. Überlebensemotionen. Wenn nun in der heutigen Zeit ein Freund über uns lacht oder jemand uns anlügt, dann wertet unser Steinzeit-Gehirn das noch immer als Bedrohung und wir werden wütend. Es fügt uns keinen Schaden in physischer Hinsicht zu, aber unser sozialer Status könnte darunter leiden und muss verteidigt werden.

Warum Wut auch positiv sein kann

Im Allgemeinen wird Wut eher als etwas Negatives gesehen, doch unser Gehirn will uns mit der aufkommenden Wut nicht nur vor Bedrohungen schützen. Wut dient auch dazu, den Schaden, der durch Stress in uns entsteht, zu reduzieren. So führen Bedrohungen zu Angst und Angst verursacht Stress. Stress führt durch die Ausschüttung des Hormons Cortisol zu negativen Effekten für Körper und Gesundheit. Wut führt jedoch dazu, dass der Cortisolspiegel sinkt und so der Schaden, der durch Stress versucht wird, geringer ausfällt.

Weiterhin führt Wut oft zu einer optimistischeren Denkweise. Anstatt vom negativen auszugehen, glaubt man, mit jedem Problem fertig werden zu können. Auch kann Wut bei Verhandlungen von Vorteil sein, da die Motivation zu einer Einigung zu kommen, dann größer ist.

Wie wir den Hulk-Modus deaktivieren

Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Empfinden von Wut bei jedem von uns gleich abläuft. Nur die Art und Weise, in der wir handeln, wenn wir Wut verspüren, unterscheidet uns voneinander. Achtsamkeit schützt uns somit nicht vor Wut und Ärger, aber durch Achtsamkeit können wir den Hulk-Modus in unserem Gehirn rechtzeitig ausschalten. 

Achtsamkeit weckt einen inneren Beobachter in uns, der uns quasi eine Sekunde Vorsprung vor unserer eigentlichen Reaktion verschafft. Wir spüren und sehen die Wut also ganz bewusst in uns aufsteigen und können so den Schalter rechtzeitig umlegen. 

Weiterhin hilft uns Achtsamkeit besser mit der Wut umzugehen. So passiert es oft, dass Wut uns über Tage oder Wochen verfolgt, besonders dann, wenn wir die Wut nicht wirklich rausgelassen haben. Achtsamkeit hilft uns, diesen brennenden Stein loszulassen, da wir lernen, dass er uns im Grunde nur selber schadet. 

Wenn ich wütend bin, werde ich mir also zunächst bewusst, dass es ein völlig natürlicher Mechanismus in meinem Gehirn ist und nichts mit mir als Person zu tun hat. Dann trete ich einen Schritt zurück, atme tief ein und aus und beginne meine Gedanken zu beobachten. Ich versuche zu ergründen, warum ich mich bedroht oder angegriffen gefühlt habe. So kann ich sicherstellen, dass mich die Gedanken nicht all zulange verfolgen und damit hat dann auch schon der Prozess des Loslassens begonnen. 

Wie schaffst du es deinen Hulk zu bändigen?

Namaste 🙏

Melanie

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