Warum wir unseren Erinnerungen nicht immer trauen sollten

28/06/2021by Melanie0
Erinnerungen
Hallo ihr Lieben,

jeder von uns schwelgt gern einmal in Erinnerungen. Manchmal verfolgen uns Erinnerungen und belasten unsere Gegenwart und Zukunft. Doch Erinnerungen spiegeln selten das wider, was wir wirklich erlebt haben. Unser Gehirn ist nicht nur ein Entdecker, sondern auch ein Erfinder und so belastet uns unsere Vergangenheit, obwohl sie in der Realität so nie stattgefunden hat.

Wie unser Gehirn Erinnerungen erfindet

Unsere Erinnerungen bestimmen unsere Persönlichkeit. Sie legen fest, wer wir sind oder glauben zu sein. Erinnerungen bilden die Grundlage unseres Lebens und unserer Identität. Doch unser Gehirn ruft Erinnerungen nicht ab wie einen Film, der alles 1:1 so aufnimmt, wie es tatsächlich passiert ist. So faszinierend unser Gehirn auch ist, es ist anfällig für Fehler, Verzerrungen und Veränderungen, die sich hauptsächlich in unseren Erinnerungen widerspiegeln.

Was viele nicht wissen, Erinnerungsfehler sind keine Ausnahme, sie sind eigentlich sogar eher Normalität. Gleichzeitig haben wir Erinnerungen, die sich wie echt anfühlen, die uns aber nie wirklich passiert sind. Alles, was wir erleben, kann vergessen, falsch erinnert oder sogar komplett fiktiv sein.

Wenn wir z.B. das Gefühl haben, uns an die Zeit als Baby zu erinnern, dann beruhen diese Erinnerungen oftmals auf Geschichten aus der Familie. Unser Gehirn setzt diese Informationen so zusammen, dass sie für uns sinnvoll werden und sich wie echte Erinnerungen anfühlen. Tatsächlich ist unser Gehirn bzw. unser Gedächtnis als Baby noch gar nicht in der Lage Erinnerungen so zu speichern, dass wir sie bis ins Erwachsenenalter abrufen können.

Verschiedene Studien konnten nachweisen, dass Erinnerungen sogar völlig fiktiv sein können. So wurden Probanden erfundene Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählt. Diese konnten sich dann tatsächlich daran erinnern, als wenn sie es selbst erlebt haben. 

Auch wir selbst tragen zu Verfälschungen unserer Erinnerungen bei. Jedes Mal, wenn wir uns an ein Ereignis erinnern, kommt eine neue Komponente hinzu, die so vielleicht nie passiert ist, die unser Gehirn aber einfach „hinzudichtet“. Unser Gehirn speichert diese Erinnerung dann immer wieder mit den neuen Komponenten ab, so dass eine alte Erinnerung aus einer Kindheit, die uns vielleicht sehr stark belastet, manchmal kaum noch etwas damit zu tun hat, was uns in der Vergangenheit wirklich passiert ist. Je öfter wir also eine Erinnerung aus der Vergangenheit aufrufen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie kaum noch dem entspricht, was wir tatsächlich erlebt haben.

Wie uns Achtsamkeit hilft, uns nicht zu sehr mit der Vergangenheit zu identifizieren

Wir Menschen leben viel zu oft in der Vergangenheit oder Zukunft. Im Grunde leben wir so fast ausschließlich in einer fiktiven Zeit. Die Vergangenheit entspricht nur selten dem, was wirklich passiert ist. Die Zukunft wird erst passieren, wir können sie nicht vorhersehen. Somit ist die einzig reale Zeit die Gegenwart.

Achtsamkeit lehrt uns im Hier und Jetzt zu leben. Man lernt sich weniger mit der Vergangenheit oder Zukunft zu identifizieren, sondern auf die einzig wahre Zeit zu konzentrieren in der wir wirklich leben – den gegenwärtigen Moment. So lassen wir uns weniger von Erinnerungen aus der Vergangenheit beeinflussen, die Dramen und Probleme in uns entstehen lassen, obwohl sie manchmal so gar nicht passiert sind. Man lebt entspannter und fokussiert sich auf das, was tatsächlich passiert.

Gleichzeitig lehrt uns die Achtsamkeit die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Ja wir haben eine Vergangenheit, aber sie ist passiert. Sie ist wie sie ist. Das hilft uns loszulassen und Dinge manchmal einfach zu vergessen.

Namaste 🙏

Melanie

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