Warum unser Gehirn lieber wieder in der Steinzeit leben würde

08/06/2020Melanie0
Steinzeit Blog
Hallo ihr Lieben,

kennt ihr Situationen, in denen ihr aufsteht, um etwas aus einem anderen Raum zu holen und wenn ihr dort seid, habt ihr vergessen, was ihr eigentlich wolltet? Oder man will sich auf etwas konzentrieren und ständig klingelt ein Handy oder jemand unterhält sich und man fängt gefühlt immer wieder von vorn an? Das liegt daran, dass unser Gehirn, so großartig es auch sein mag, anfällig für Störungen ist. Diese Störungen können intern ausgelöst werden, in Form von Gedanken oder von außen durch äußere Reize wie etwa akustische Signale. Schlafmangel, ungesunde Ernährung und Stress reihen sich dazu und unser Gehirn gerät an seine Leistungsgrenzen und ist schlichtweg überfordert. 

Forschungen haben gezeigt, dass eines der wichtigsten Faktoren für diese Überforderung unsere moderne digitale Welt ist. Das ständige Hintergrundrauschen, welches unser Gehirn ohne Unterbrechungen mit Informationen überflutet, macht es uns immer schwieriger, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Doch warum führt dies zu Leistungseinbußen, macht müde und gibt uns manchmal selbst bei den einfachsten Aufgaben das Gefühl, überfordert zu sein? 

Unser Gehirn ist ein beeindruckendes System der Informationsverarbeitung, dass uns jeden Tag versucht durch die Flut von Informationen und Reizen zu navigieren, die auf uns einprallen. Im digitalen Zeitalter gerät unsere Schaltzentrale jedoch an seine Leistungsgrenzen. Während die Informationsflut in der Steinzeit noch überschaubar war, ist unser Gehirn heutzutage einem permanenten Informationsstrom ausgesetzt. Diese zeichnet sich vor allem durch ständige Ablenkungen und Unterbrechungen aus. Begegnen tun wir dieser Flut, indem wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Zeitgleich telefonieren, E-Mails senden und die To do Liste abhacken, alles kein Problem.

Doch das menschliche Gehirn verfügt nur über sehr begrenzte Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu verteilen. Auch wenn wir denken, dass es anders ist, ist unser Gehirn nur bedingt multitaskingfähig. Was wir als Multitasking bezeichnen, ist nicht mehr als das ständige hin und her wechseln zwischen unterschiedlichen Aufgaben. Und ich denke man kann sich sehr gut vorstellen, dass unser Gehirn auf Dauer davon einfach müde wird. Weiterhin sind wir nur begrenzt in der Lage unsere Aufmerksamkeit über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Unser Konzentrationsvermögen, also die Zeit, bei der wir uns konzentrieren können, ohne uns abzulenken, hat in den letzten Jahren immer mehr abgenommen. Wir verlieren einen wichtigen Teil unserer so wertvollen Gehirnleistung, weil unser Steinzeit-Gehirn nicht für so eine vernetzte Welt programmiert wurde.

Wenn sich das Gehirn von der Informationsmenge, die es verarbeiten soll, überfordert fühlt, schaltet es in einen Modus, wo es Information eher abwehrt und sich einfach seiner vorgefertigten Standardschubladen bedient. Bei zu hoher Komplexität wählt unser Gehirn also lieber eine Ausweichstrategie. Nur führt dies leider dazu, dass wir nur noch in Daumenregeln und Gewohnheiten denken. Gleichzeitig hat die pausenlose Aufnahme von Informationen die Konsequenz, dass unsere Schaltzentrale nicht mehr zur Ruhe kommt. Diese Ruhephasen sind allerdings elementar, um unserem Gehirn die Gelegenheit zu geben, aufgenommenes zu verarbeiten, abzuspeichern und wieder einen Zustand zu erreichen, in dem es neue Informationen aufnehmen kann. Als Konsequenz schaffen es viele Informationen gar nicht ins Langzeitgedächtnis, während wir denken, wir werden alt und vergesslich. Oder uns überfordern Aufgaben, die wir einen Tag später im Schlaf erledigen würden.

Um dieser Komplexität begegnen zu können, ist es erforderlich, seine Aufmerksamkeit bewusst zu fokussieren. Hier kommt Achtsamkeit ins Spiel. Da unser Gehirn nicht in der Lage ist, Dinge parallel zu verarbeiten, ist es wichtig zu lernen, unsere geistige Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was wirklich relevant ist. Gleichzeitig müssen wir lernen, die Informationen auszublenden, die irrelevant sind. Hier setzt Achtsamkeit an, da sie u.a. hilft, unsere Konzentrationsfähigkeit wieder zu steigern. Es ist quasi Gehirntraining für das digitale Zeitalter.

Neben Achtsamkeitstraining ist es aber auch wichtig, seinem Gehirn regelmäßig eine Pause zu gönnen. Also eine tägliche digitale Detox-Kur, wo einfach alles auf Off geschaltet wird. Beides hilft dabei, dass unser Gehirn wieder effektiver arbeiten kann. Gleichzeitig können wir mit den Anforderungen des Alltags wieder besser umgehen.

Namaste 🙏

Melanie

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