Warum Menschen sich selbst überschätzen und wie Achtsamkeit hier helfen kann

05/10/2020Melanie0
Selbstüberschätzung
Hallo ihr Lieben,

ich denke jeder von uns kennt Menschen, die ihre eigenen Fähigkeiten gern maßlos überschätzen. Oftmals sind es gerade Menschen mit gefährlichem Halbwissen, die glauben, sie wüssten es besser als andere. Doch weshalb halten sich manche für besonders klug und wie kann Achtsamkeit dabei helfen, diese inneren und äußeren Hochstapler zu entlarven?

Warum Selbstbewusstsein nicht zwangsläufig mit Kompetenz korreliert 

Unsere Gesellschaft redet uns gern ein, dass Selbstbewusstsein und Stärke mit Intelligenz und Kompetenz gleichzusetzen sind. Je selbstsicher jemand wirkt, je mehr hat er zwangsläufig auf dem Kasten. Das liegt daran, dass wir uns oft auf andere Menschen als Informationsquelle und Bestätiger unserer eigenen Ansichten stützen. Je überzeugender und selbstsicherer Personen auftreten, je bereitwilliger schenken wir diesen Menschen unseren Glauben. Der Inhalt, also das, was eine Person sagt, hat weniger Einfluss auf die Urteilsfindung, als die Art und Weise, wie diese Aussage präsentiert wird.

Wir kennen dieses Prinzip aus der Politik. Politiker werden darauf geschult, selbstbewusst über jegliches Thema zu reden, auch wenn sie davon im Grunde nicht wirklich Ahnung haben. Und bei uns führt das dazu, dass wir uns von Worten in unserer Meinung lenken lassen, obwohl sich das Gesagte manchmal sogar jeder Logik entzieht. 

Es führt dazu, dass wir uns gern mal von der Selbstsicherheit anderer blenden lassen. Oftmals ist diese Selbstsicherheit jedoch antrainiert und nicht mehr als reine Selbstüberschätzung. Manche Menschen besitzen nicht die Fähigkeit, ihre eigenen Grenzen und die Fähigkeiten anderer zu erkennen und sehen sich so selbst in einem Licht, was selten der Realität entspricht. Ursache hierfür ist unser zu egozentrischen Verzerrungen neigendes Gehirn, das so gern seine eigenen Unsicherheiten überspielen möchte. 

In der Psychologie wird dieses Phänomen, dass gerade Menschen, mit wenig Wissen und Erfahrung oft ihre eigenen Fähigkeiten überschätzen, „Dunning-Kruger-Effekt“ genannt. Er basiert auf Tests, bei denen Versuchspersonen eine Reihe von Aufgaben lösen sollten und anschließend aufgefordert wurden, ihre eigene Leistung einzuschätzen. Dabei schätzten diejenigen, die bei den Tests schlecht abgeschnitten hatten, ihre Ergebnisse viel zu hoch ein, während die Personen mit guten Ergebnissen sich eher schlechter bewerteten.

Die Forscher leiteten daraus ab, dass die Ursache, dass Menschen sich oft selbst überschätzen darin liegt, dass sie nicht die Fähigkeit besitzen, zu erkennen, dass sie in irgendetwas nicht gut sind oder über ausreichend Wissen verfügen. 

Wie Achtsamkeit uns hilft, innere und äußere Hochstapler zu erkennen

Die Fähigkeit, die eigenen Fertigkeiten zutreffend zu beurteilen, ist eine megakognitive Fähigkeit, also die Fähigkeit, über das Denken nachzudenken. Genau diese Fähigkeit wird durch Achtsamkeit gestärkt. Im Grunde ist Achtsamkeit eine Art von Metakognition. Achtsames Metawissen umfasst Wissen und Kontrolle über unser Selbst, unsere Meinung und Gedanken. Das führt dazu, dass wir unsere Selbsteinschätzung verbessern. Wir lernen unser wahres Selbst kennen und nehmen es an wie es ist. 

Gleichzeitig hilft Achtsamkeit uns dabei, das egozentrische Verhalten unseres Gehirns zu entlarven. Es entsteht ein innerer Beobachter, der uns genau erkennen lässt, wann unser Gehirn den Ego-Hochstapler eingeschaltet hat und zum Selbstschutz das eigene Selbstbild etwas aufpoliert. 

Achtsamkeit stellt weiterhin unsere inneren Antennen besser ein. Unsere Intuition sagt uns recht schnell, ob die Selbstsicherheit unseres Gegenübers eher auf Selbstüberschätzung und einer ggf. guten Rhetorik beruht oder wirklich fundiert ist. Und wenn alles nicht greift, gilt immer noch eine uralte Weisheit, dass es wichtig ist, was Menschen tun und nicht was sie sagen oder meinen.

Namaste 🙏

Melanie

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