Wie achtsamer Medienkonsum unser Immunsystem stärkt

23/03/2020Melanie0
Blogbeitrag achtamer Medienkionsum
Hallo ihr Lieben,

als ich letztes Jahr einige Zeit in Thailand in einem Schweigekloster gelebt habe, hatte ich das erste mal realisiert, welchen Einfluss das gesprochene Wort auf unseren Geist und unseren Körper ausübt. Mit dem Eintritt ins Kloster musste ich sämtliche Kommunikationsmittel abgeben. Kein Notebook, kein Handy, kein Buch, keine Musik, kein Stift, nichts. Die einzige Kommunikation die erlaubt war, waren 5 min am Tag Gespräche mit meinem Mönch.

Ich hatte bis zu 15 Stunden am Tag meditiert und oft hat mir nur ein einziges Wort, welches ich zufällig aufgeschnappt hatte, wenn Leute an mir vorbeigingen, Probleme bereitet. Oder die Antwort meines Mönchs, wenn ich ihm eine Frage gestellt hatte. Immer und immer wieder haben sich meine Gedanken um dieses einzige Wort gedreht, eine Aussage oder einen Gesichtsausdruck. Es war wie eine Dauerschleife. Es hat mich körperlich total müde gemacht, innerlich Unruhe erzeugt und mich damit aus dem Gleichgewicht gebracht. Und das obwohl ich die Leute nichtmal wirklich kannte oder es sich um mich gehandelt hat. 

In Deutschland angekommen, habe ich einen Selbstversuch gestartet. Wie geht es mir, wenn ich weiter komplett auf Medien verzichte? Keine Nachrichten, kein TV, kein Radio und auch die sozialen Medien nur in kleiner Minidosierung. Es ist einfach bemerkenswert, wie positiv sich dieser Verzicht auf mich ausgewirkt hat. Ich bin viel entspannter, mache mir weniger Sorgen über irgendwelche Dinge, die ich im Grunde eh nicht beeinflussen kann. Aber vor allem nehme ich mich selbst wieder viel intensiver wahr. Gerade jetzt in Zeiten von Corona, wo auch ich ab und zu mal wieder Informationen aufnehme, merke ich, wie sie mich beunruhigen oder verunsichern oder zusätzliche Ängste schüren. 

Unser Gehirn (und damit auch unser Körper, da beide über Millionen von Nervenzellen miteinander verbunden sind) kann nicht wirklich unterscheiden, welche Information wir tatsächlich erleben und welche wir im Grunde nur hören. Ist es negativ, löst es die gleichen negativen Signale im Körper aus, als wenn wir es selbst erleben. Und so führen all die Informationen die wir täglich aufnehmen dazu, dass unser Immunsystem denkt, es muss uns beschützen. Und dadurch verschleudert es jeden Tag Kraft und Energie, die es eigentlich braucht, um Angreifer abzuwehren.

In der heutigen Zeit prallen tausende Informationen aus die Medien über uns ein. Jede Information erzeugt ganz automatisch einen Gedanken. Und jeder Gedanke einen chemischen Cocktail in unserem Körper, was uns positiv oder negativ beeinflussen kann. All das läuft unterbewusst ab, oft merken wir nur, das wir müde oder traurig werden und wissen eigentlich gar nicht warum. All das beeinträchtigt unser Immunsystem, da es diese chemischen Reaktionen im Körper, die Angst oder Sorgen in uns auslösen versucht zu bekämpfen, um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die Neurowissenschaft konnte mittlerweile anhand vieler Studien belegen, dass unser Gehirn nicht multitaskingfähig ist. Wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig tun, springt unser Gehirn quasi zwischen den Aufgaben hin und her. Das führt dazu, dass unser Gehirn müde, überlastet und überfordert ist. Und auch hier versucht unser innerer Wächter, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Anstatt sich auf seine Hauptaufgabe, der Abwehr von Krankheiten zu konzentrieren, verschleudert es seine Energie, um unserem müden Gehirn wieder etwas Schwung zu geben.

Ein achtsamer Medienkonsum stärkt daher in vielerlei Hinsicht uns und unser Immunsystem. Es mindert die Überforderung des Gehirns und es beeinflusst uns nicht mehr unbewusst in unseren Gedanken. Vor allem aber trägt es dazu bei, das wir uns wieder mehr auf uns selbst und das was wir tun konzentrieren und wieder unserer eigenen Stimme lauschen. 

Also wenn ihr konsumiert, dann achtet bewusst darauf was ihr konsumiert. Konsumiert in Maßen und genießt einfach mal die Stille oder lauscht der Natur. Konzentriert euch auf das was ihr tut, ohne euch dabei von Medien ablenken zu lassen. Das bewußte Ausführen einer Aufgabe im Hier und Jetzt schafft eine Freude an der Sache, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Und genau diese Freude und der Spaß den wir im Hier und Jetzt und in der Stille erleben, ist für unser Immunsystem die beste Geheimwaffe 🦾

Namaste 🙏

Melanie

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