Warum unser Gehirn sich Sorgen macht und Achtsamkeit zum Sorgenfresser wird

19/10/2020Melanie0
Sorgen
Hallo ihr Lieben,

jeder von uns kennt es, im Grunde machen wir uns ständig über irgendetwas Sorgen. Läuft unser Projekt auf Arbeit gut, haben wir alles eingekauft, geht es unserer Familie gut oder wie geht es mit Corona weiter? Jeden Tag huschen tausende dieser Gedanken durch unseren Kopf. Doch warum machen wir uns permanent Sorgen und wie unterstützt uns Achtsamkeit dabei? 

Warum unser Gehirn sich ständig Sorgen macht

Unser Gehirn wurde in der Steinzeit darauf programmiert, Bedrohungen zu erkennen, da nur so unser Überleben gesichert war. Der Nachteil unserer hoch entwickelten Schaltzentrale ist allerdings, dass wir im Grunde alles Mögliche als Bedrohung auffassen können. Zur Steinzeit war unser Gehirn ausschließlich auf aktuelle, lebensbedrohliche Gefahren wie den berühmten Säbelzahn-Tiger fokussiert. Die Welt damals war voll davon. Ein kurzer Moment, an dem man nicht im Hier und Jetzt war, konnte den Tod bedeuten. 

Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Unser Leben hat sich geändert und Gefahren lauern nun nicht mehr an jeder Ecke. Doch unser Gehirn hat sich diesem rasanten Wandel nicht adäquat anpassen können und entdeckt nun alles Mögliche, um das man sich Sorgen machen kann. Es kreiert Probleme, Sorgen und Neurosen. Alles, was potentiell negativ sein könnte, ganz egal wie gering die Wahrscheinlichkeit auch sein mag, wird von unserem Gehirn mit dem Stempel Bedrohung, ich muss mir Sorgen machen versehen.

Unser Gehirn liebt es auf Aberglauben oder Verschwörungstheorien anzuspringen. Es steigert sich in Erregung und Angst in irgendwelche Dinge, die zwar theoretisch möglich, aber nicht bewiesen sind. Manchmal machen wir uns sogar Sorgen wegen nichts. Wir denken, es ist jetzt so lange gut gegangen, es gab so lange keinen Streit, das kann nicht mehr lange gut gehen.

All das sind Abläufe in unserem Gehirn, die uns früher das Leben gesichert haben, die aber heute eher unser Leben und unsere Gesundheit schädigen. Das Drama, was oft in uns entsteht, führt zu innerer Anspannung, Angst, hohem Blutdruck und anderen Symptomen. Es nimmt uns Lebensqualität, da wir uns zwanghaft und viel zu lange mit Dingen beschäftigen, die im Grunde völlig harmlos sind und die selten so eintreten, wie unser Verstand es uns glauben lassen will.

Wie Achtsamkeit unserem Gehirn hilft, uns nicht ständig runterzuziehen

Ein wesentliches Element der Achtsamkeitspraxis ist es zu lernen, dass wir nicht alles ernst nehmen, was unser Gehirn täglich an Gedanken produziert. Wir lernen, dass wir nicht unsere Gedanken sind und hören auf, uns mit allem zu identifizieren, was uns unsere liebe Schaltzentrale jeden Tag als wichtig verkaufen will. Wir nehmen den Gedanken wahr und lassen ihn wie Wolken am Himmel ziehen. Ohne Bewertung, da diese erst das Drama in uns entstehen lassen.

Achtsamkeit lehrt uns weiterhin, im Hier und Jetzt zu leben. Der einzig wahre Moment in unserem Leben ist der jetzige. Immer wenn wir uns Sorgen machen, wissen wir, dass wir mit den Gedanken in der Zukunft sind. Wir begreifen, dass diese Gedanken sicherlich ihren Grund haben, aber am Ende doch eine Illusion sind. 

Durch Achtsamkeit begreifen wir, dass unser Gehirn uns im Grunde nur beschützen will. Das Anzunehmen und wieder loszulassen, bringt eine Ruhe und Frieden in unser Leben, der uns von all dem im Gehirn produzierten Dramen befreit. Es hilft unsere wahre Kraft zu spüren und dem Leben mit Zuversicht und weniger mit Sorgen zu begegnen.

Namaste 🙏

Melanie 

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lotus

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