Warum uns Kritik verletzt und wie Achtsamkeit uns gelassener macht

14/09/2020Melanie0
Blog Kritik
Hallo ihr Lieben,

2020 neigt sich langsam dem Ende und die allseits beliebten Jahresgespräche stehen vor der Tür. Für viele löst schon das Wort ein mulmiges Gefühl im Magen aus, da Kritik an der eigenen Arbeit oder Person in irgendeiner Form immer Bestandteil dieser Gespräche ist. Aber warum löst Kritik etwas Negatives in uns aus und wie kann Achtsamkeit helfen, entspannt mit Kritik umzugehen?

Warum wir Kritik nicht einfach so aus dem Kopf bekommen

Wir Menschen besitzen eine tief verwurzelte Motivation, unsere soziale Position zu bewahren. Kritik, Beleidigungen oder auch Spott greifen unser Selbstwertgefühl an und fügen uns aus Sicht unseres Gehirns potentiellen Schaden zu. Vor allem, wenn diese Kritik in der Öffentlichkeit stattfindet. Unser unbewusstes Ziel gemocht zu werden, wird damit angegriffen und infrage gestellt. 

Unser Gehirn wertet Kritik daher als Bedrohung. Es sieht den sozialen Status gefährdet, den eine Person ihrer eigenen Auffassung nach besitzt. Wenn sich unser Gehirn bedroht fühlt, dann führt das zu Stress und unser Gehirn schüttet das Stresshormon Cortisol aus. Cortisol führt dazu, dass sich unsere Aufmerksamkeit erhöht, unsere Erinnerungen werden lebendiger und treten stärker in den Vordergrund. Das ist einer der Gründe, warum es uns schwerfällt, davon abzulassen.

Wenn wir zu einer Sache kritisiert werden, auf die wir sehr stolz sind und in die wir viel Zeit und Mühe investiert haben, dann ist der Effekt in unserem Gehirn sogar noch wesentlich stärker. Auch hat jeder von uns oft einen kleinen Restzweifel in sich, was uns sensibler werden lässt und wir fangen an, in allem eine Bedrohung zu sehen und fühlen uns oftmals kritisiert ohne das wir wirklich Kritik erfahren haben.

Während ein Lob im Gehirn Oxytocin freisetzt, was nach ca. 5 min wieder aus dem Blutkreislauf verschwunden ist, verbleibt das Cortisol länger als eine Stunde im Blut. Während also Lob wie Öl runtergeht, macht sich Kritik erstmal im Blut breit. Und das führt dazu, dass uns Kritik wesentlich länger präsent ist, als ein Lob und damit auch viel eher die Wahrscheinlichkeit besteht, dass unser Ego sich daran festbeißt. 

Oftmals beginnt nach der Kritik das Gedankenkino und wir kommen in eine Dauerschleife und es fällt uns schwer, von der Kritik abzulassen. Wir steigern uns immer mehr hinein und laden uns immer mehr mit Emotionen auf, was am Ende sogar dazu führen kann, dass uns unsere Arbeit keinen Spaß mehr macht. Wenn man den natürlichen Kreislauf, der in unserem Gehirn abläuft, jedoch verstanden hat, kann man mit Achtsamkeit lernen, das Muster zu durchbrechen und Kritik eher für sich zu nutzen. 

Wie dir Achtsamkeit dabei hilft, das Beste aus der Kritik herauszuholen

Grundsätzlich helfen uns drei wesentliche Modalitäten der Achtsamkeitspraxis besser mit Kritik umzugehen – Annehmen, nicht Bewerten und Loslassen. 

Zunächst lernen wir die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Wir oder unsere Arbeit wurde kritisiert, ok, ist jetzt so. Wenn wir die Kritik weder als gut oder schlecht bewerten, dann löst sie auch keine negative Reaktion in uns aus. Wir betrachten die Kritik also eher neutral, was dazu führt, dass unser Gehirn uns weder mit Cortisol noch mit Oxytocin überschüttet. Die Folge, das Gedankenkarussell bleibt aus. Und falls das nicht zu 100% gelingt, hilft uns das Loslassen. Wir nehmen die Gedanken, die in uns aufkommen wahr, beobachten sie und lassen sie einfach wie Wolken am Himmel ziehen, ohne uns darin festzubeißen.

Beobachtung und Selbstreflexion helfen uns, Kritik besser zu verarbeiten oder daraus sogar neue Impulse zu gewinnen. 

Namaste 🙏

Melanie 

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