Warum unser Ego unsere Erinnerungen verfälscht und wie Achtsamkeit hier helfen kann

26/10/2020Melanie0
Ego Erinnerungen

Hallo ihr Lieben,

unsere Erinnerungen sind die Grundlage unserer Identität. Wie Forschungen jedoch belegen konnten, ist unser Gedächtnis anfällig für Fehler und Verzerrungen. Erinnerungsfehler sind sogar eher die Norm, als eine Ausnahme. Jedes Ereignis in unserem Leben kann vergessen, falsch erinnert oder sogar vollkommen fiktiv sein. Eine große Rolle bei diesen Verzerrungen spielt unser Ego. Doch warum verfälscht unser Ego Erinnerungen und wie kann Achtsamkeit hier helfen?

Warum unser Ego sich gern seine eigenen Erinnerungen bastelt

Wenn man sich unser Erinnerungssystem vorstellt, dann geht man grundsätzlich davon aus, dass Informationen wie in einen Computer eingegeben werden und wenn wir sie benötigen, rufen wir sie einfach ab. Sie werden dann in genau der Form wieder ausgegeben, wie wir sie abgespeichert haben.

Nur funktioniert unser Gehirn etwas anders. Bei unseren Erinnerungen handelt es sich nicht um unveränderliche Aufzeichnungen von Informationen, sondern sie werden regelmäßig verfeinert und modifiziert, um sich dem anzupassen, was unser Gehirn als unser Bedürfnis interpretiert. Im Grunde sind Erinnerungen ein flexibles Konstrukt, dass verändert und verfälscht werden kann. Es ist sogar möglich, in uns Erinnerungen zu verankern, die uns tatsächlich niemals passiert sind.

Es gibt unterschiedliche Formen der Erinnerungsverzerrung. Einen relativ großen Part nimmt hier unser Ego ein. Unser Ego ist die Instanz, die unsere Erinnerungen gern so modifiziert, dass wir bezüglich unser Selbst ein besseres Gefühl bekommen und unser Bild von uns selbst stärken. Man spricht in diesem Fall von der sog. egozentrischen Verzerrung. Sie liegt vor, wenn unsere Erinnerungen vom Gehirn so zurechtgebogen werden, dass wir selbst besser dastehen. 

Wenn wir z.B. von unserem Angelausflug berichten, erzählen wir gern, dass der Fisch an der Angel 50cm groß war, obwohl er in Wirklichkeit mit weniger als 20min durch den Fluss geschwommen ist. Diese kleine Übertreibung führt dazu, dass unser Gehirn unsere Erinnerung überarbeitet und entsprechend aktualisiert. Wenn wir dann das nächste mal die Erinnerung vom Angeln abrufen, glauben wir wirklich, dass der Fisch 50cm groß war.

Wie Achtsamkeit unserem Ego die Rolle des Regisseurs entzieht

In der Achtsamkeit lernen wir, dass unser Ego im Grunde nur eine Illusion ist. Ein selbstgeschaffenes Konstrukt unserer Realität, dass wir nicht allzu erst nehmen sollten. Wir lernen uns nicht mit allem zu identifizieren, was unser Ego uns tagtäglich erzählen will.

Gleichzeitig lernen wir, unser Ego zu beobachten. In dem Moment, wo es aus einer Situationen oder einem Ereignis eine eigene Geschichte machen möchte, nehmen wir dies bewusst wahr und können gegensteuern. Auf diese Weise können wir zwar nicht zu 100% verhindern, dass unser Ego unsere Erinnerungen modifiziert, aber wir können es zumindest etwas steuern und sind so nicht völlig hilflos der Selbstverliebtheit unseres Egos ausgeliefert.

Namaste 🙏

Melanie 

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